Vitiligo nach Impfung

Einige Patienten hegen den Verdacht, dass eine Impfung der Grund für den Ausbruch ihrer Vitiligo sein könnte. Und in der Tat ist diese Vermutung gar nicht so abwegig wie es auf den ersten Blick scheint. So kommen beispielsweise immer mal wieder vereinzelte Berichte auf, in denen Personen die Entwicklung der Krankheit nach einer Injektion beschreiben. Im deutschsprachigem Raum ist dies seltener anzutreffen als im englischen oder amerikanischen. Meist machen sich die ersten Symptome nach 1 bis 2 Wochen bemerkbar. Aber wie wahrscheinlich ist so ein Szenario eigentlich? Und welche Faktoren könnten dabei ausschlaggebend sein?

Vitiligo: Wie häufig sind Impfschäden?

Es gibt keine offiziellen Statistiken zu Erkrankungen an Vitiligo nach Impfungen. Mittlerweile existieren jedoch einige Datenbanken, an welchen betroffene andere Fälle einsehen können. Entscheidend ist zudem, welche Art der Injektion erfolgt und welcher Stoff dabei zum Einsatz kommt. Denn je nach dem, gegen welcher Krankheit vorgesorgt werden soll, können die unterschiedlichen Wirkstoffe gänzlich verschieden im Körper wirken und nicht vorhersehbare Reaktionen auslösen. Eine Immunantwort nach einer vorbeugenden Spritze konnte bislang noch nicht beobachtet werden. Die Häufigkeit ist also nicht sehr hoch, und kann statistisch auf weniger als ein Prozent geschätzt werden.

Erkrankung nach Hepatitis-B-Impfung

Ein bekannter Fall ereignete sich im Jahr 2001, als ein 48-jähriger nach einer Hepatitis-B-Impfung eine Vitiligo entwickelte. Es handelte sich dabei um den Wirkstoff GEN H-B-VAX, welcher mittels Spritzen in die Oberarme geleitet wurde. Der Fall ist bemerkenswert, da der Patient zuvor bereits 14 Injektionen gleicher Art erhalten hatte, ohne danach bleibende Schäden oder gar Autoimmunerkrankungen zu bekommen. Vermutet wird ein Booster-Effekt, welcher nach wiederholten Auffrischungen eintreten kann. Eine ähnliche Version wurde von einer 27 Jahre alten Frau gemeldet, welche sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen wollte. Hier wurde der Wirkstoff Gardasil verwendet, welcher letztlich die Depigmentation auslöste.

Vitiligo als Folge von einem Ungleichgewicht

Eine mögliche Erklärung ist, dass durch eine Impfung ein kurzzeitiges Ungleichgewicht im Körper entsteht. Die dauerhaft bleibenden Erkrankungen wie Vitiligo oder Neurodermitis sind dann trotzdem chronisch im Verlauf. Die genauen Umstände können aber auch hier sehr vielseitig sein und extrem viele Varianten sind möglich. Diese im Detail zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Nur soviel: Der Körper bekämpft nicht nur die injizierten Stoffe über das Immunsystem, sondern darüber hinaus die eigenen Zellen. Dies ist auf eine Fehlfunktion zurückzuführen.

Vitiligo: Impfung ja oder nein?

Natürlich stellt sich die Frage, ob es sinnvoller wäre, auf Impfungen zu verzichten, um eine bestehende Vitiligo nicht im Verlauf zu beschleunigen. Dies ist in erster Linie eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte. Es kann mitunter sogar gefährlich werden, auf bestimmte vorbeugende Injektionen zu verzichten. Krankheiten wie beispielsweise Windpocken können im Erwachsenenalter lebensbedrohlich werden, und sollten daher nicht unterschätzt werden. Ebenso verhält es sich mit Masern, welche darüber hinaus ansteckend sein können. Außerdem wird der Körper resistenter gegenüber einer potenziellen Ansteckungsgefahr durch andere Personen.

Vitiligo nach einer Impfung ist nicht sehr wahrscheinlich

Statistisch gesehen gibt es eigentlich keinen Grund, sich Sorgen um die Erkrankung an Vitiligo durch Impfungen zu machen. Schwere Komplikationen sind dagegen schon häufiger: Sie betreffen etwa einen von einer Million Menschen.